Gedanken zu einigen Grundelementen unseres Seins:
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Die Freiheit
la liberté

Einem Adler gleich sich in die Lüfte erheben, die Weite der Welt unter sich liegen sehen und den Wind im Gesicht spüren...
Jeder von uns ist letztlich frei. Sicher sind wir - der eine mehr, der andere weniger - durch soziale und materielle Zwänge oder durch unser soziales Bewußtsein in unserer individuellen Freiheit eingeschränkt. Die Entscheidungen unseres Lebens bestimmen wir aber in letzter Instanz selber, und haben dafür auch Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn wir arm an materiellen Gütern sind, besitzen wir jeden Tag die Freiheit, Entscheidungen für unser Leben zu treffen (und die Konsequenzen zu tragen). Wir sind also frei, im Rahmen unserer materiellen Möglichkeiten das Leben zu führen, das wir führen möchten. Freiheit will aber auch genutzt sein. Daß das manchmal nur durch schwierige persönliche Prozesse hindurch erreichbar ist, kann man nicht pauschal "der Gesellschaft" ankreiden, wie das aus geistiger Bequemlichkeit oft gemacht wird. Die Mauern, die uns an der Freiheit hindern, sind oft nur in uns selber. Sie bestehen durch unsere Schwäche, unsere Angst. Um diese Mauern niederzureißen, bedarf es Beharrlichkeit und innerer Stärke.
Freiheit ist allerdings nicht nur die Freiheit von etwas, wie uns manchmal Theorien einer permanenter "Emanzipation" aus allen Bindungen einreden möchten, sondern auch die Freiheit zu etwas. Das heißt, das wirkliche Freiheit eine höhere Stufe erreicht hat, geadelt wird, wenn man sie für einen (wie auch immer gearteten) sozialen, kulturellen Zweck nutzt. Sie ist deshalb nicht mit Rücksichtslosigkeit oder Ellenbogenmentalität gleichzusetzen. Verantwortung gehört zur Freiheit. Und unsere Tapferkeit, unseren Mut, aus Verantwortung zu handeln.
Und noch etwas ganz speziell: Freiheit beinhaltet zudem heute auch die Wachsamkeit gegenüber totalitären Versuchungen, aus welcher politischen Richtung sie auch immer herrühren (und gerade wenn sie vorgeben, Kampagnen gegen angebliche "Feinde der Freiheit" starten zu müssen).

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Die Ordnung
ordo et disciplina

Ordnung dient der Kontrolle der negativen Tendenzen des Menschen. Damit Freiheit nicht in Faustrecht und in Chaos ausarten kann, bedarf es der Ordnung, der Kontrolle durch die Gesellschaft. Es wäre falsch, Ordnung nur im negativen Sinne zu interpretieren, als Überwachung, Ausbeutung oder Gängelung.
Sie gibt uns vielmehr den Rahmen vor, innerhalb dessen wir uns zu bewegen haben, ohne Anderen unmittelbar zu schaden. Sie gibt uns Schutz, Halt und Orientierung. Sie ermöglicht uns Gemeinsinn. Und sie lehrt uns Respekt.
Auch im Persönlichen hilft sie uns den Überblick über unser Leben zu behalten, Selbstdisziplin zu üben.
Ordnung ist lebensnotwendig und schützenswert, solange sie vital bleibt. Ordnung muß allerdings auch verändert, umgebaut werden können, wenn sie zum Zwangssystem wird oder aber Verfallserscheinungen zeigt, in Sackgassen führt, die das Gemeinschaftsleben existentiell bedrohen.

Die Tradition

...ganz behutsam...

Die Steine, welche die Vorfahren in mühevoller Arbeit aufeinander schichteten, um uns die heutige Welt, unsere Errungenschaften, unser Wissen zu schenken, sollten respektvoll behandelt werden. Tradition und Überlieferung haben unseren Respekt verdient. Es geht um Werte, die nicht vorschnell durch revolutionären oder modernistischen Elan zerstört werden sollten. "Konservative" Mentalität ist nicht mit Spießertum oder militaristischem Gehabe gleichzusetzen, wie das heute oft geschieht. Es geht um den Schutz der Schöpfung, das Bewahren von Umwelt und Kulturgut. Eine genaue Prüfung ist dem eigenen Tun stets voranzusetzen, um keinen Schaden zu hinterlassen. Veränderung zum Neuen bedarf der Behutsamkeit.

Die Heimat
Mein Mutterland, my roots
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"My roots I never forget / I always remember the road I've travelled", heißt es in einem Reggae-Lied von "Burning Spear" - "Meine Wurzeln werde ich nie vergessen..."

Jeder Mensch hat seine Wurzeln, jedes Volk hat seine Heimat, das Land seiner Mütter und Väter.
Die Vielgestaltigkeit der Völker der Erde wurde von mir immer schon als schützenswertes Gut gewertet. Die verschiedenen Sprachen, die Landschaften, die Bau- und Lebensweisen, die Traditionen, die Musik, die Religionen. Es ist dies, was wir sehen möchten, wenn wir in fremde Länder reisen (sofern es dem Reisenden nicht nur um das Besäufnis am "Ballermann" geht). Gerade angesichts weltweiter Vereinheitlichungstendenzen im Zuge der sich globalisierenden Moderne, angesichts großer Armutswanderungen, angesichts gesteuerter Medienbeeinflussung und falscher Stadtplanung sind traditionelle Lebensweisen, sind Landschaften und Traditionen gefährdeter als jemals zuvor.
Es wird immer notwendiger, daß sich die Völker der Erde verständigen, um über Strategien zur Rettung von Umwelt, den verschiedenen Kulturen, den Heimaten zu beraten.
Es kann allerdings nur derjenige glaubhaft Verständnis für die Nöte anderer Völker aufbringen, der auch sein eigenes liebt.
Gerade die Deutschen haben seit der Katastrophe des zweiten Weltkriegs die Angewohnheit entwickelt, sich zwar für die kulturelle Anerkennung von Bergstämmen im Himalaya oder von Indios des Amazonasgebietes einzusetzen, das eigene Volk und Land aber stets mit Verachtung und Verleugnung zu strafen. In diese "antideutsche" Grundtendenz kommt die Abwertung vieler kultureller Errungenschaften. Nur ein Beispiel: Frakturschrift besitzt einen großen Reichtum an Form und künstlerischem Ausdruck. Es ist töricht, sie negativ zu behaften, wie das oft heute noch geschieht.
Verkannt wird dabei grundsätzlich, daß der Einsatz für Heimat und Mutterland über die Wahrung ökonomischer Interessen hinausreicht, sondern ein Dienst an der Menschheit ist. Er beinhaltet heute ein kritisches Potential gegen "globale" Entfremdungstendenzen. Das hat nichts mit stumpfsinnigem Hurra-Patriotismus zu tun, sondern beruht in der Aufmerksamkeit, der Liebe zu unserem Mutterland und seinen Menschen (auch wenn man manchmal an ihnen verzweifelt).
Die Wälder, die Wiesen, das Fachwerk unserer Dörfer, der Reichtum unserer Sprache, die Kunst- und Bauwerke unserer Väter, der Glaube. Deutschland ist so reich an Überlieferung, an Geschichte, tragischen wie großen Momenten. Unsere Ursprünge reichen in die germanische Frühgeschichte. Die Schlacht am Teutoburger Wald, das Mittelalter, Luthers Thesenanschlag, die Befreiungskriege gegen Napoleon, die Paulskirchenrevolution von 1848, der Wilhelminismus, die Wiedervereinigung von 1990 - viele historische Momente haben unsere Nation und Kultur geprägt.
Wir sind in diesen Fleck Erde hineingeboren worden, um ihn zu pflegen, anzunehmen, zu hegen, zu entwickeln, um den eigenen Weg zu gehen. Wir sind das Volk. Wir alle. Zusammen. Gemeinsam. Das verbindet uns und überwindet allen Haß und hoffentlich auch Selbsthaß.
Halten wir es mit der "Kinderhymne", die Bert Brecht 1950 verfasste: "Und weil wir dies Land verbessern/lieben und beschirmen wir´s./Und das liebste mag´s uns scheinen/So wie anderen Völkern ihrs."

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Die Schönheit
...so beautiful....
Die Schönheit besitzt viele Gesichter. Sie begegnet uns jeden Tag, in einer Blume, der Bewegung eines Tieres, einem Gemälde oder Gebäude, im glühenden Rot des Sonnenuntergangs oder im Antlitz eines Menschen.

Das Streben zur Schönheit und nach eigener Schönheit ist dem Menschen immanent - auch wenn es im Alltag des öfteren verschüttet wird. Die Schönheit beruht auch auf der Lebenslust, auf der Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst und seiner Umwelt. Sie ist ein Teil unseres Mensch-Seins und sollte unser Handeln bestimmen. Wir haben es jeden Tag in der Hand, Schönes zu schaffen, unsere Welt kulturell zu veredeln.
Der berühmte Architekt Léon Krier äußerte bezogen auf den Teilbereich des Bauwesens hierzu 1998 in "Freiheit oder Fatalismus": "Das Ideal einer schönen Stadt, eines schönen Hauses, von schöner Architektur ist nicht utopisch; es ist weder reine Fantasie, noch ist es unmöglich zu verwirklichen. Wir alle haben es in der Realität erfahren, und es lebt stark in uns fort. Wir haben dort ein Gefühl von Frieden gefunden, eine Möglichkeit, glücklich zu sein, den Traum vom Wohlbefinden. Aus dieser Sicht sind Aufbau und Pflege unserer Heimat die höchsten Ziele menschlichen Strebens (...) Durch die Erschaffung von Städten erschaffen wir uns selbst. Wenn wir unsere Städte ruinieren, ruinieren wir uns selbst. Unsere liebsten Erinnerungen werden dann von Verbitterung vergiftet, einem Gefühl unwiederbringlichen Verlustes, sogar des Hasses auf das, was wir am meisten schätzen. Auf diese Weise flüchten wir vor der Welt und vor uns selbst. Ein schönes Dorf, ein schönes Haus, eine schöne Stadt kann für uns alle ein Zuhause werden, eine universelle Heimat. Wenn wir dieses Ziel aus den Augen verlieren, schaffen wir unser eigenes Exil auf Erden."

Das spirituelle Gleichgewicht
Körper und Seele
in Harmonie mit der Natur

Körper und Seele, Mensch und Natur, Yin und Yang - die Welt lebt vom Spannungsverhältnis, aber auch der Harmonie zwischen den Gegensätzen. Ein Pendel, das psychisch, physisch oder auch politisch zu stark in eine Richtung ausschlägt, bringt meist schädigende Wirkungen mit sich. Deshalb ist es auch oftmals wichtig, den Schwachen (den wirklich Schwachen, nicht nur denen, die von mächtigen Lobbys als "Schwache" medial inszeniert werden) Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.

Gesund ist, mit sich, seinem ehrlichen Gewissen, seinem Körper, seiner Spiritualität, seiner Kultur und der Natur im Einklang zu leben. Das gilt es anzustreben.
Die Liebe
l´amour

Ah, die Liebe: Sie ist überhaupt das Wichtigste im Leben.
Wir alle sind Kreaturen Gottes, ausgeliefert, auf den Trost der Mitmenschen angewiesen. Trost und Annahme, das ist die Liebe. Und ein ewiger Zauber.
Man kann sie kaum in Worte oder Bilder fassen. Sie ist überall, das 5. Element. Dreh´ Dich nur um, und Du wirst sie sehen können...

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