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Kritik oder nur Desinformation?
- einige Antworten auf seltsame Meldungen aus dem Internetzwielicht
Kritik ist wichtig und richtig. Kritik lehrt uns, Fehler zu korrigieren. Sie lehrt, an sich zu feilen. Sie ermöglicht uns, den eigenen Weg weiterzugehen, aufrichtiger, besser und klüger. Meine unterschiedlichen Arbeiten haben schon viel Kritik, darunter viel positives Lob und auch bisweilen sachlich nachvollziehbare Einwände, erfahren. Dafür bin ich immer dankbar.

Neben Kritik gibt es aber auch pure Verunglimpfung und Denunziation. Die immer gleichen Argumente drehen sich im Kreis. Gerade, wenn es im öffentlichen Diskurs um den Bereich Politik berührende Auseinandersetzungen geht, sind manche Kreise nicht zimperlich in ihren Umgangsformen. Vor allem Leute, die in ihrer Geisteshaltung zum politischen "Extremismus" ("links" wie "rechts") oder zum extremen Machtstreben neigen. Leider, denn ein fruchtbarer Dialog jenseits starrer politisch-geistiger Lagergrenzen würde unserem Land und seinen Menschen sicher besser tun, als stupide Konfrontation.

Gustave Le Bon schrieb bereits 1895 in seiner "Psychologie der Massen" über die Erzeugung von Meinungen:
"Die Behauptung hat nur dann wirklichen Einfluß, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken....Das Wiederholte setzt sich schließlich in den tiefen Bereichen des Unbewußten fest, in denen die Ursachen unserer Handlungen verarbeitet werden. Nach einiger Zeit, wenn wir vergessen haben, wer der Urheber der wiederholten Behauptung ist, glauben wir schließlich daran."

Desinformation und politische Agitation sind ein scheinbar unverzichtbares Mittel machtfixierter Menschen, und dabei vor allem von sogenannten "Extremisten".

1998 meinte der Fernsehjournalist Gerhard Löwenthal kritisch zu dieser Form der "revolutionären Propaganda":
"Die Desinformationsabteilungen der Geheimpolizeien waren und sind Instrumente der Agitprop-Methoden. Der Begriff Desinformation stammt aus der Sprache der Geheimdienste der Sowjetunion und der übrigen Oststaaten, die ein Spiegelbild der sowjetischen Geheimpolizei waren und im Westen eine sehr intensive Tätigkeit betrieben haben. Einer der Grundsätze der psychologischen Kriegsführung heisst: Alles solange wiederholen, bis die Leute es kapiert haben."

Und Berlins früherer Kultursenator Prof. Dr. Christoph Stölzl (CDU) sprach im Abgeordnetenhaus zur Wahl des neuen Senats am 17. Januar 2002:
"`Desinformation´ hat eine große Tradition im Kommunismus. Geschickter hat wohl nie jemand `haltet den Dieb´ gerufen. Von denen, die doch ganz still hätten sein müssen über all dem Elend, das sie verantworteten, kamen (...) vor allem Hohn und Häme und agitatorische Maximalforderungen."

Die Technik der Agitation, Desinformation und Diffamierung haben einst vor allem einige Vertreter der radikalen Linken zur Perfektion erhoben. Ob bei KGB, DDR-Staatssicherheit, West-KPD oder den K-Gruppen der 70er Jahre in der Bundesrepublik - bis zu deren Ausläufern in der gegenwärtigen "linksradikalen" Szene haben sie es immer perfekt beherrscht oder immerhin versucht, Gerüchte gegen unliebsame Gruppierungen und Personen zu streuen, Kampagnen zu starten, Menschen sozial zu isolieren (wenn man schon nicht die Mittel hatte, sie in irgendwelche Gefängnisse und Lager wegsperren zu können) und letztlich auch Leben zu zerstören, wenn es ihren machtpolitischen Ambitionen im Wege stand. Die wissenschaftliche Literatur hat dies vielfach belegt. Zahlreiche derartige Fälle der letzten Jahre sind auch in meiner Arbeit "Das `antifaschistische Milieu´" dokumentiert.

Auch als kritischer Forscher, der Beispiele "antifaschistisch" motivierter Gewalt, Mobbing, Zerstörung von Existenzen durch Strategen der "radikalen Linken" in seiner Arbeit gesammelt hat (selbstverständlich ohne dabei allerdings die politische Linke in toto dafür verantwortlich zu machen oder zu verdammen, und selbstverständlich auch ohne der politischen Rechten den Heiligenschein zu verpassen), bleibt man nicht gänzlich von undifferenzierten Anfeindungen verschont. Statt sich sachlich mit Forschung und Kritik auseinanderzusetzen, erfährt man bisweilen (wie übrigens viele andere Forscher) Denunziation von interessierter Seite. So ist es nachvollziehbar, daß derjenige, der sich zum Beispiel kritisch mit der radikalen Linken beschäftigt, auch mit massiven Abwehrreaktionen aus diesem Spektrum konfrontiert wird. Das war von mir und vielen Leuten, mit denen ich im Vorfeld meiner Arbeit diskutierte, erwartet worden und bestätigte die in "Das `antifaschistische Milieu´" herausgearbeiteten Mechanismen politischer Auseinandersetzung nur.

So wurden auch einige "Vorwürfe" gegen meine Person vorzugsweise im Internet gestreut. Ein "Vorwurf" aus diesen Kreisen betrifft das Faktum, daß ich als freier Mitarbeiter auch Artikel in der Wochenzeitung "Junge Freiheit" veröffentlicht habe. Ein "Vorwurf", den ich aber keinesfalls als solchen empfinde. Für die "Junge Freiheit" habe ich meist Kinokritiken, Ausstellungsberichte, Zeitschriftenrezensionen verfasst, nur zu einem eher geringen Anteil spezifisch "politische" Äußerungen. Die "Junge Freiheit" ist unzweifelhaft eine Wochenzeitung des politischen Konservatismus, womit ich keinerlei Problem habe. "Extremismus" konnte ich bei gelegentlichen Zusammentreffen mit der Redaktionscrew allerdings nie ausmachen. Es waren in der Regel ganz normale Menschen, kaum unterscheidbar von anderen Redaktionen, die ich schon sehen konnte. Im Gegenteil: Bei manchem Kommunalstammtisch von braven Bürgern oder Anhängern der führenden Volksparteien (von "linksradikalen" Zirkeln mal ganz abgesehen) dürfte es geschmackloser und chauvinistischer zugehen, als bei dieser Zeitung. Dennoch steht sie gelegentlich immer noch im Schußfeld der politisch motivierten Kritik. Vor allem Vertretern der radikalen Linken ist die Zeitung ein Dorn im Auge, werden in ihrer Berichterstattung doch kritische Fragen angeschnitten, die man in der übrigen, etablierten Presse selten behandelt findet. Fragen, die viele Wächter der "political correctness" gerne verschwiegen sehen möchten. Die "Junge Freiheit" ist eine der wenigen unabhängigen Zeitungen dieses Landes, d.h. hinter ihr steht kein Großkonzern oder Großverlag, keine politische Partei, wie zum Beispiel die medienpolitisch einflußreiche SPD. Viele sind schon aus diesem Grund daran interessiert, das unbequeme Blatt zum Verstummen zu bringen. Sie machten es bereits mit Boykott- und Einschüchterungsaktionen vor Zeitungskiosken (das hatten wir doch schon mal in der Geschichte, daß junge Boykottierer sich vor Geschäften platzierten), einem Brandanschlag auf die Druckerei sowie massiver Pressedenunziation. Der Umgang einiger Personen mit dem Blatt ist ein Armutszeugnis für die Pressefreiheit in diesem Land. Es ist nicht meine Aufgabe, für die "Junge Freiheit" Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Ich bin schließlich nur ein gelegentlicher freier Autor des Blattes, vertrete zudem keinesfalls immer die dortige Mehrheitslinie, was auch bekannt ist. Dennoch halte ich die Anwürfe gegen die lesenswerte Zeitung für unangebracht und auch politisch durchschaubar. Es ist in diesem Zusammenhang schon aus Prinzip wichtig für die Berliner Blattmacher, sich nicht mundtot machen zu lassen.

Zurück zur Denunziation: "Linksradikal" orientierte Autoren, die nie ein Wort mit einem gewechselt haben, die einen so gut wie gar nicht kennen, maßen sich (Vor-)Urteile über die eigene Person an, welche fast nichts mit einem selber, vor allem aber mit den Projektionen in den Köpfen dieser Autoren zu tun haben. Das ist meist vorhersehbar und langweilig. Halb- und Unwahrheiten werden in hämischer Weise über das Internet verbreitet. Teils geschieht das durch links-radikal ausgerichte Webseiten (dort noch im Rahmen der dort üblichen Ideologiekritik). Teils findet man pure und leicht erkennbare Denunziation aber auch in der jedem anonymen Nutzer offen stehenden Internetenzyklopädie wikipedia oder diversen Blog-Foren usw.. Ein "Schicksal" das ich übrigens mit sehr vielen anderen Autoren, Verlegern, Künstlern teile, die sich ebenfalls kritisch mit der derzeiten "political correctness" auseinander setzen.

Hier muß man trennen. Während es sich beim einen Teil der hier angesprochenen denunziatorischen Äußerungen um solche im Rahmen üblicher "linksradikaler" Theoriefindung oder Berichterstattung handelt, trägt ein kleiner anderer Teil einen deutlich psychopathologischen Charakter. Das zeigt sich an seiner Maßlosigkeit, seinem niedrigen intellektuellen Niveau, seinen reichlich derben Beleidigungen, seinen irrwitzigen Behauptungen bzw. Erfindungen zu meiner Person, seiner aggressiven und personenbezogenen Haltung. Das bestätigten auch ein paar Bekannte, denen ich mal einige Veröffentlichungen der letzteren Art vorlegte. Sie alle äußerten, daß sie diese Internet-Veröffentlichungen zum einen als abstoßend empfänden, zum anderen als psychisch krank. Die Quelle, die sich nur politisch gibt, aber im rein persönlichen Internet-Stalking liegt, kann leicht ausgemacht werden. Es handelt sich, was mir aber erst nach einer Weile klar wurde, um einen seelisch sehr schwer kranken Menschen, der auf solch umtriebige Weise Aufmerksamkeit sucht, unter anderem auch bei mir, obwohl er mich gar nicht kennt. Doch auf solche Weise hat man eben jeden Anspruch auf Diskursteilnahme verwirkt, und deshalb sei solche "Kritik" auch nicht der großen Rede wert.

Ich werde immer mal wieder gefragt, wie man mit derartigen Angriffen, und zwar jenen beider Naturen, umgehen kann. Hierzu eine Bemerkung: Auch in dem Schlechten, dem man im Leben begegnet, das einen auch schmerzt, gibt es oftmals eine versteckte gute Seite. Man entwickelt zum Beispiel Empathie für Andere. So kann ich etwa heute z.B. die Sorgen von echten Prominenten (der Showstars, Musiker, Politiker) besser verstehen, wenn ich schon als Z-Promi derartigen Quatsch erfahre. Und sie haben mein Mitgefühl, denn wieviel komplizierter mag solche Situation für sie erst sein. Durch derartige Angriffe, soviel als Resumee, wird man zudem etwas abgehärtet, man lernt den eigenen Standpunkt umso besser gegen Widerstände zu vertreten, Ängste dabei zumindest ein Stück weit zu besiegen. Insofern erreichen unsachliche Attacken beschriebener Form bisweilen das Gegenteil ihrer Absicht. Sie machen unempfindlicher.
Und so beobachtet man und versteht und lernt und kann letztlich manchmal auch gestärkt aus der neuen Erfahrung heraus gehen.

Das leitet zurück zur eigentlichen Kritik, von der hier die Rede ist, von jener mit eindeutigem politischem Hintergrund.
Solche "Kritik" regt auch zur gelegentlichen Antwort an. So bietet die Desinformation, wenn sie leider schon den Umgang von Menschen miteinander bestimmen muß, immerhin die Gelegenheit, auch die Verbreiter der Desinformation und deren Umfeld einmal näher zu betrachten. Sie erzeugt also Reaktion, schafft die Voraussetzung zu kritischer Auseinandersetzung mit bestimmten Personen und politischen Gruppierungen.

Wie gesagt: es geht hier nur um einen kleinen Teil der Kritiker, der sich in Versuchen der Denunziation übt. Die übergroße Zahl der Rezensenten (vor allem in Printmedien) zu meinen Büchern und meiner Arbeit argumentiert selbst bei eventuell kritischer Haltung sachlich und inhaltlich korrekt.
Eine wertende persönliche Scheidung von Menschen anhand politischer Grenzen hat mich zudem noch nie sonderlich interessiert. Ich bin liebenswerten, freundlichen, aber auch verhärteten, aggressiven Menschen aus jedem politischen Lager begegnet, von links bis rechts. Und bei der zwischenmenschlichen Sympathie spielte es für mich nie eine Rolle, ob mein Gegenüber "links", "rechts" oder "Mitte" war. Jede dieser Positionen hat zumindest in Teilen Berechtigung bei der Erhaltung politischen Gleichgewichts.

Die hier angesprochenen Verleumdungssachen sind eher randständig, handelt es sich doch um einige beiläufige Äußerungen in letztlich eher unbedeutenden Medien aus dem Bereich politischer Subkultur. Äußerungen, die die Welt kaum verändern werden und denen sich zu widmen grundsätzlich müßig und langfristig ermüdend ist. Das müßte es übrigens auch für die "linksradikalen" Autoren sein, denn es ist wohl verständlich, daß diese mit ihren oft platten Äußerungen gar nichts erreichen werden. Bei mir nicht und bei vielen anderen Menschen ebenfalls nicht. Vergebliche Mühe. Keine Sorge also, liebe Leser, das Denken ist nicht abschaffbar.

Zu diesem ganzen Komplex gehört bedingt natürlich auch die Auseinandersetzung mit den immer gleichen bürgerlichen Ängsten und Bedenken, die (allerdings selten) bei unbedarften und verunsicherten Lesern solcher Internetseiten entstehen (sollen). Ängste und Bedenken, die kritischen Autoren wahrscheinlich zu allen Zeiten zwangsläufig entgegengebracht werden.
Viele Menschen sind ängstlich. Das ist menschlich. Und sie verstehen die bisweilen komplexen Zusammenhänge oft nicht, weil man sie ihnen auch nicht erklärt hat. Soll man ihnen dafür nun böse sein?

Es ist letztlich zwecklos, ein Kampf gegen Windmühlen, der Verbreitung von Fehlmeldungen durch das Internet Erhellung entgegensetzen zu wollen. Diese Meldungen schaden auch eigentlich nichts. Also gedachte ich auch dem Ganzen kein größeres Augenmerk zu schenken. Freunde aber regten mich zu einer Stellungnahme an, da ihrer Ansicht nach in einigen denunziatorischen Internet-Artikeln ein Bild von mir vermittelt werde, das in keiner Weise ihren Erfahrungen mit mir entspräche. Nun, der Freunde Wunsch war einem dann Auftrag. Und so ging ich vor längerer Zeit frohen Mutes auf ein paar Beispiele aus dieser Desinformations-Schiene ein. Das Ergebnis findet sich auf den folgenden Seiten.

Lieber Leser, wenn Sie sich das wirklich antun wollen, dann begleiten Sie mich bei Interesse also auf der Reise zu den neuen Blockwarten und Denunzianten, auf der wir vielleicht etwas Licht in dieses Dickicht werfen können. Es wird eine kleine Fahrt ins Land der Häme, der Ängste, der Kettenhunde, der Falschzitate und Provinzpossen.



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