Zu Kritik und Desinformation
- einige Antworten auf zwielichtige Internetmeldungen

Ein Beispiel für die Verwendung studentischer Gelder (und geistiger Ressourcen)...

Ein weiteres Beispiel, diesmal eine alberne Provinzposse: Sommer 2003 wurde ein Artikel der Gruppe "kritische linke" ins Netz gestellt, der im Oktober 2002 in der Zeitschrift "Unipress", der Zeitung der Verfassten Studierendenschaft in Mainz, erschienen war. Der Autor hieß Sebastian Schneider. In diesem bezeichnenderweise "Aus dem antifaschistischen Milieu" übertitelten Artikel findet sich eine Polemik wider das Buch "Das `antifaschistische Milieu´", gepaart mit mehreren unbelegten Behauptungen.

Universitäten sind seit den späten sechziger Jahren zum Tummelplatz zahlreicher Gruppierungen der radikalen Linken geworden, denen es durch niedrige Wahlbeteiligungen ermöglicht wird, Sitze in studentischen Gremien (AStA, StuPa) zu erringen, an Räumlichkeiten und Geldmittel aus dem Topf der studentischen Beiträge zu gelangen. Seit Jahrzehnten hat sich an dieser Praxis nichts geändert. Die in diesem Bereich verortbare Gruppierung "kritische linke" (ehemals "grünlinx") an der Universität Mainz zeigt bei einem Blick auf die Selbstpräsentation ihrer universitären Arbeit durchaus vielfältiges Engagement für studentische Belange. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß für diese Gruppierung ihre Universitäts-Arbeit im Dienst weitergehender gesellschaftspolitischer Ziele steht.

Internet-links in der Organisationsvorstellung der Hochschulgruppe verweisen auf die Nähe zu anderen radikal linksgerichteten Organistionen und Projekten. Man findet Internet-links zum "Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung" (DISS), zum "Bildungswerk Anna Seghers", zum "Dokumentationsarchiv Beate Klarsfeld", zur VVN-BdA, zu "indymedia.de", zu "nadir.org", zu "antideutsch.de", zur "antideutsch" beeinflußten Wochenzeitung "Jungle World", zur "Autonomen"-Zeitung "Phase 2", zum Konkret-Verlag, zur Seite der "Initiative sozialistisches Forum" Freiburg und des "ca ira-Verlages" (angepriesen als "antideutsche Wertarbeit"'), zu "kanak attak" (angepriesen als "sehr pfiffig"), zu Konkret-Autor Oliver Tolmein oder der "Antifaschistischen Aktion Berlin".
Das politische Spektrum, in dem sich die "kritische linke" gerne bewegt, dürfte dadurch sehr deutlich werden.

Die Couleur dieser Gruppierung wird auch in ihren Aussagen schnell erkennbar, die ebenfalls als Internet-Ausdrucke vorliegen. In ihrer Selbstdarstellung finden sich zahlreiche politische Ziele, die bestenfalls als naiv zu bezeichnen sind:
"kritische linke ist eine politische Hochschulgruppe, die seit einigen Jahren an der Uni Mainz existiert. Einzuordnen sind wir im links-undogmatischen Spektrum (...) Die Überwindung der im Kapitalismus angelegten Herrschaftsverhältnisse versuchen wir einen Schritt voranzutreiben."

Mit welchen Schritten wird an diversen Forderungen deutlich:
- "Gegen den vorherrschenden Trend hin zum ökonomisch verwertbaren Studium setzten wir die Vorstellung eines freien und selbstbestimmten Studierens für alle ohne Gängelungen und mit ausreichender materieller Basis."
Das wäre natürlich das Schlaraffenland für Dauerstudenten. 30 Semester studieren, ohne den Druck, auch nur einen Leistungsschein ablegen zu müssen. Und alles bezahlt von anderen... Bloß von wem? Vielleicht fragen die "kritischen linken" mal bei ein paar Menschen an, die jeden Tag um sechs Uhr hinter der Werksbank stehen, oder den Tag hinter der Supermarktkasse verbringen, oder - wie in vielen anderen Ländern üblich - für 50 Euro Monatsgehalt als Erntehelfer oder Schreibkräfte ihren Lebensunterhalt erwirtschaften. Sicher werden sie auf offene Ohren und milde Gaben zur Finanzierung ihres "freien Studierens ohne Gängelungen und mit ausreichender materieller Basis" treffen. Und vielleicht bekommt man auch noch Freibier und täglich kostenlose Kartoffelchips dazu.
- "kritische linke tritt ein für die radikale Demokratisierung der Hochschule".
Genau, Professoren, die keinen Leistungsschein mit der Bewertung "sehr gut" für ein kleines Stundenprotokoll verteilen möchten, werden einfach abgewählt. Und auf zu schwierige, langweilige Seminarthemen könnte man dann demnächst verzichten. Wer weiß, werden dann vielleicht gar Seminare, wie "Tüten bauen", "Onanie - aber richtig" oder "geile Mucke hören", mehrheitlich gewählt?
- "Gesellschaftliche Veränderungen müssen unserer Meinung nach darauf hin wirken, alle Formen politischer Ungleichheit und der Ausbeutung zwischen den Menschen zu beseitigen."
Hehre Ziele, deren Unerreichbarkeit man über 30 Jahre nach der Studentenrevolte von 1968 eigentlich endlich eingesehen haben sollte. Alle Formen politischer Ungleichheit ließen sich nur durch ein extremes Zwangssystem erreichen, daß jegliche ökonomischen Unterschiede (keiner darf irgendetwas besitzen, was ein anderer nicht auch hat), jegliche Bildungsunterschiede, jegliche Unterschiede in persönlichen Beziehungen usw. abschafft. Ein System, das sich danach selber abschafft, da ja auch eine kommunistische oder "kritisch linke" Funktionärsclique für politische Ungleichheit steht. Ein System, das den Einheitsmensch erschafft, der auch noch gleich aussehen müßte (Attraktivität könnte politische Wahlvorteile bringen). Und dann müßte geklärt werden, was Ausbeutung ist, wo sie anfängt, und ob sie nicht jeder menschlichen Beziehung zum Teil zugrunde liegt.

Man könnte dazu noch einiges sagen, und sicher habe ich gerade polemisch geantwortet, angesichts derart wahrlich etwas flachsinniger Naivität. Natürlich sind einige paradiesische Vorstellungen der Gruppierung auf den ersten Blick nett anzuhören, mit der Realität einer hochkomplexen menschlichen Gesellschaft haben sie aber nichts zu tun.

Daß mit einer politischen Gleichberechtigung auch nach einer zukünftigen (allerdings wirklich nur fiktiven) Machterlangung der Gruppe "kritische linke" nicht zu rechnen sein dürfte, liegt an ihrer intoleranten, "antifaschistischen" Ausrichtung. Im Gegenteil: Gruppierungen, die dieser Linken im Wege stehen, dürften wahrscheinlich rasch mit härterer Unterdrückung zu rechnen haben. Im sogenannten "Knütter-Gutachten" heißt es über den Autor Sebastian Schneider:
Darüber hinaus richtete sich aber die Medienhetze gegen Verbindungen im allgemeinen. Ein typisches Beispiel ist der Artikel eines Sebastian Schneider, Referent für politische Bildung im AStA der Universität Mainz, der unter der Überschrift „Verbindungsunwesen" sämtliche Zusammenschlüsse, die Deutsche Burschenschaft, den Coburger Konvent, den Kösener Senioren Convent-Verband (KSCV), den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV), den Kartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen (KV) und die Dachverbände Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) und Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) attackiert. Bezeichnend für die Absichten ist die Einschätzung „Der studierende Mann soll erzogen werden, und zwar zum national denkenden, der schließlich in führende Positionen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft entsendet wird -..." Diese Forderung, die übrigens von Bundesinnenminister Kanther stammt, gilt als Anlaß für eine aus linker Sicht negative Einordnung der Verbindungen. Besonders entlarvend ist die Schußfolgerung des Autors: „Es muß also gesagt werden, daß eine differenzierte Betrachtung des Verbindungswesens notwendig ist und trotzdem der Schluß richtig ist, daß Verbindungen als Schnittstellen zwischen Konservatismus und Neofaschismus und als elitäre Männerbünde im ganzen abzulehnen sind!"

Doch jetzt zurück zu dem Artikel mit der negativen Erwähnung meiner Arbeit: Ausgangspunkt ist die Beschäftigung mit einer 1997 erfolgten Konfrontation auf einer Vortragsveranstaltung des DISS-Mitarbeiters Alfred Schobert im Haus Mainusch, einem Zentrum sogenannter "aggressiver Antifaschisten" aus Mainz.
Der "Fall", um den es sich dreht, ist eigentlich als Lappalie anzusehen (und nur von wissenschaftlichem Interesse als Beispiel für Mechanismen der politischen Revierverteidigung).

In dem Buch "Das `antifaschistische Milieu´", Sonderausgabe, S. 100, schreibe ich dazu
(Fußnoten sind beim Verlag als E-Mail über stocker-verlag@stocker-verlag.com erhältlich):

Eingriffe von "außen", seien es juristische Ansprüche der Gesellschaft auf die betreffenden Liegenschaften, sei es die pure Anwesenheit von Menschen, die man als "Feinde", als "Faschos" bewertetet, führen in der Regel zu starken Ängsten, das "Revier" verlieren zu können. Aus der Einschätzung der Sachlage als "Bedrohung" für das eigene "Revier" können dann durchaus gewalttätige Reflexreaktionen erwachsen. Während "Antifaschisten" also mit Regelmäßigkeit Versammlungsräume rechtsgerichteter Menschen unbefugt betreten und dort Straftaten begehen, wird das Betreten des eigenen "Reviers" durch Außenstehende oder gar rechtsgerichtete Personen als Angriff auf den eigenen Lebensraum bewertet und führt bisweilen zu heftigsten Abwehrreaktionen. "Revierverletzer" werden - teils gewaltsam - der Räumlichkeiten verwiesen. Zudem werden solche "Revierverletzungen" (auch wenn sich nichts schwerwiegenderes ereignet hat) als ein derartiger Affront angesehen, daß sie manchmal noch Jahre nach dem Geschehen eine Thematisierung in der "antifaschistischen" Publizistik wert sind.
Als Beispiel sei hier der Fall des "Dark-Wave"-Musikers Josef Klumb (alias "Jay Kay") angeführt, der im Sommer 1997 im "Haus Mainusch", einem "Revier" der Mainzer "autonomen" Szene, eine gegen ihn gerichtete Vortragsveranstaltung des DISS-Mitarbeiters Alfred Schobert besuchte und nicht freiwillig wieder verließ. Er wurde gewaltsam aus dem Gebäude entfernt, da er das "autonome Revier" verletzt hatte.

Und ebenda, S. 374, beschreibe ich den Vorgang:

Im Juli 1997 besuchte der "Dark Wave"-Sänger Josef Klumb mit drei Freunden und zwei Autoren der "Jungen Freiheit" eine Veranstaltung mit dem DISS-Mitarbeiter Alfred Schobert im Mainzer "Haus Mainusch". Die Vortragsveranstaltung sollte sich gegen angeblich rechtsgerichtete Tendenzen in der "Dark Wave"-Szene und gegen den Sänger Klumb richten. Nachdem Klumb unter den Zuhörern in dem "autonomen" Zentrum erkannt wurde, wurden er und die ihn begleitenden Bekannten zum Verlassen des Ortes aufgefordert. Als Klumb dem nicht nachkommen wollte, sondern auf einer Diskussion mit Schobert bestand, wurden er und einige seiner Bekannten mit den Mitteln der Gewalt aus dem Haus geworfen, zudem wurde Klumb mit Tränengas besprüht und geschlagen. Die kurz darauf hinzugerufene Polizei fand nur noch ein verlassenes Haus vor, Schobert und die "Autonomen" waren geflüchtet.

Der Artikel von Sebastian Schneider reproduziert nun die These, daß sogenannte "Neue Rechte" die Gothic-Szene ausgesucht hätten, um über dieses Spektrum "ihr reaktionäres Gedankengut" zu verbreiten.
Zu der Veranstaltung von 1997 wird verlautbart, Josef Klumb (über den ja schließlich der Schobert-Vortrag großenteils gehandelt hätte), hätte aus "Größenwahn" die Veranstaltung aufgesucht. Das wiederum hätten die Anwesenden nicht hingenommen und Klumb samt "GesinnungsgenossInnen" herausbefördert. Jedem seine Sichtweise.

Es ist natürlich bezeichnend für den geistigen Zustand einer sich "kritisch" verstehenden Linken, daß sie sich im Jahre 2002 bzw. 2003 immer noch mit einer 5 bzw. 6 Jahre zurückliegenden Provinzposse, einer Kleinveranstaltung beschäftigt, die nicht ganz so ablief, wie sich das die damaligen Veranstalter vorgestellt hatten. Manche Personen scheinen keine anderen gesellschaftlichen Probleme zu kennen. So ist es also eigentlich müßig, sich mit solchen subkulturellen Legendenbildungen zu beschäftigen. Zudem können derartige Asta-Splittergruppen wahrlich kaum als adäquate Diskurspartner betrachtet werden, auch deshalb, weil sie dies aufgrund ihres Vorgehens auch gar nicht sein wollen. Wegen des hier erreichten Grades der Verdrehung möchte ich mir aber dennoch einmal die Zeit nehmen, um den damaligen Abend Revue passieren zu lassen. Als exemplarisches Beispiel.

Zu dem Schobert-Vortrag war öffentlich geworben worden. Flugzettel hatten an der Universität ausgelegen. Ich habe damals die Veranstaltung besucht, und zwar unabhängig von Josef Klumb, der die Veranstaltung ebenfalls aufsuchte, aber erst eine ganze Weile später am Veranstaltungsort eintraf. Daß der Vortrag in einem "Autonomen"-Treff stattfinden würde, war mir beim Aufsuchen der Veranstaltung nicht bewußt gewesen. Ich merkte es erst, als ich im Raum stand, der auch mit einem großen Büchertisch des "Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung" (DISS) ausgestattet war. Später äußerte mir gegenüber ein mir unbekannter Passant: "Das Haus Mainusch ist als ein Treffpunkt der harten linken Szene in Mainz bekannt. Das muß man doch wissen. Da marschiert man doch nicht einfach so herein." Es bestand bei meinem Aufsuchen der Veranstaltung natürlich weder die Absicht, den Vortrag zu stören, noch eine Schlägerei mit anzuzetteln oder was sonst in den einschlägigen Medien von Schobert und anderen verbreitet wurde. Ich wollte mir einen Vortrag anhören. Ebenso wurde ich (im Gegensatz zu anderen Gästen) nicht "hinaus befördert", sondern verließ die Veranstaltung von selbst, nachdem die Situation eingefahren war und zu eskalieren drohte (Klumb weigerte sich, den Raum zu verlassen. Schobert weigerte sich, mit seinem Vortrag zu beginnen. usw.).
Ein Konflikt zwischen mir und den "Antifaschisten" in dem Raum bestand nicht. Weder sie hatten mit mir ein Problem, noch ich mit ihnen. Der Umgang war anfänglich gegenseitig entspannt, keinesfalls unfreundlich. Er verschlechterte sich erst ein wenig in folge der sich anspannenden Gesamtsituation nach dem Eintreffen Klumbs. Dabei zeigten sich die "Antifaschisten" anfänglich nicht gewalttätig, versuchten durch verbale Aufforderungen, Klumb und dessen Freunde zum Verlassen des Raumes zu bewegen. Es waren zwar ideologisch verhärtete Menschen, dialogunfähig, allerdings durchaus bereit, den Konflikt argumentativ und nicht durch Fäuste zu lösen. Gleichfalls zeigte sich Josef Klumb unnachgiebig, auch seine Nerven lagen durch den Medienbeschuß gegen seine Person blank. Es war abzusehen, daß es keine Lösung der festgefahrenen Situation geben würde, die nur darin hätte bestehen können, daß Schobert die Courage gehabt hätte, auch vor einem kritischen Publikum seinen Vortrag zu beginnen. Die hatte er nicht, somit kam es schließlich zu einer kurzen gewalttätigen Auseinandersetzung.

Zurück zu dem Artikel: Der Autor Sebastian Schneider mokiert sich ohne konkreten Bezug über eine "unwissenschaftliche Arbeitsweise", in meiner Arbeit. Diese Technik der Abwertung unliebsamer Arbeiten als "Machwerke", "unwissenschaftlich" usw. hat eine lange Tradition im Bereich der Denunziation durch Vertreter der radikalen Linken. Dies bezieht sich auf die Denunziation gegen (vermeintliche) Rechte wie auch gegen unbequeme Forscher.

In meiner Arbeit "Das `antifaschistische Milieu´", Sonderausgabe, steht auf Seite 298
(Fußnoten sind beim Verlag als E-Mail über stocker-verlag@stocker-verlag.com erhältlich):

Die dumme, dilettantische, unseriöse "Rechte"

Der naheliegenste Versuch, rechtsgerichtete Personen lächerlich zu machen ist, sie als dumm und dilettantisch, als unseriös und unfähig zur Entwicklung fundierter politischer Alternativen darzustellen. Der "Rechte" wird als dummer Dilettant gezeichnet, der nicht in der Lage sei, für die anstehenden politischen Probleme der Gesellschaft eine alternative Antwort zu entwickeln.
Zudem wird der "Rechte" als "unseriös" dargestellt. Er arbeitet demnach mit halbseidenen Methoden, um seinen Dilettantismus zu überspielen. Schon frühzeitig bemühten sich beispielsweise kommunistische Gruppen intellektuelle Arbeiten rechtsgerichteter Personen als "pseudowissenschaftlich", als "Machwerke" abzuwerten.
Bereits in beiläufigen Beschreibungen innerhalb der "antifaschistischen" Publizistik kann man den Versuch erkennen, rechtsgerichtete Äußerungen als "unseriös", die eigenen aber als "seriös", "wissenschaftlich" oder "fachlich versiert" erscheinen zu lassen.

In dem Artikel Sebastian Schneiders nun wird ohne Erläuterung behauptet: "Zu Klumbs GesinnungsgenossInnen gehörte oben genannter Wolfschlag." Hierzu läßt sich als persönliche Notiz anmerken: Ich bin Josef Klumb in meinem Leben ca. 5 mal begegnet. Die letzte Begegnung liegt viele Jahre zurück. Einmal davon war z.B. damals in jenem Haus Mainusch, wo ich überhaupt nicht mit ihm sprach. Bei diesen Begegnungen haben wir uns meist nur kurz unterhalten, dann fast ausschließlich über Musik und seine schwierige persönliche Situation nach den "antifaschistischen" Anschuldigungen gegen seine Person. Über Politik im engeren Sinne haben wir nicht gesprochen. Ich habe später durch Lektüre von Klumbs Briefen und seines Buches den Eindruck gewonnen, daß er eigentlich kein besonders politischer Mensch ist. Diplomatisch ist man als Rockmusiker scheinbar ohnehin nicht, die Emotionen sind oft unkontrolliert, aufbrausend, dennoch nahm ich Josef Klumb auch immer als einen Mensch mit gutem und großem Herz, als einen Idealisten wahr, der durch die Kampagne gegen ihn allerdings zunehmend in die Enge getrieben und radikalisiert wurde.
Hieraus allerdings bereits eine "Gesinnungsgenossenschaft" zwischen mir und Josef Klumb zu konstruieren ist schon abenteuerlich.

Weiterhin werden durch den Vertreter der "kritischen Linken" rein denunziatorische Behauptungen aufgestellt, denen keinerlei Beleg folgt. Ich würde mich in meiner "schlechten Arbeit" demnach "wenig um Wissenschaftlichkeit" scheren, "mit einer ernstzunehmenden wissenschaftlichen Arbeit hat seine Dissertation jedenfalls nichts zu tun". Ich hätte "nicht gelernt, richtig zu zitieren". Nachweis - Fehlanzeige. Die bekannten, recht durchschaubaren Floskeln eben.

Daß Autor Sebastian Schneider, wie üblich für dieses Milieu, nur von sich auf andere schließt, zeigen beispielsweise seine Sätze: "So erscheint es auch nicht verwunderlich, daß sich Wolfschlag im Kapitel über das DISS in Ausarbeitung einer paranoiden These seines Freundes Josef Klumb dazu versteigt, zu behaupten, bei Alfred Schobert handele es sich um ein Pseudonym mehrerer verschiedener Personen. Zu Wolfschlags wissenschaftlicher Unredlichkeit passt es denn auch, daß er seine eigenen Verstrickungen in die Auseinandersetzung um Haus Mainusch und Josef Klumb, unerwähnt läßt."
Mehrere Fehler in zwei Sätzen:
1. Ich kann Josef Klumb nach den ca. fünf Begegnungen gerne als Bekannten bezeichnen. (siehe oben) Auch als einen Menschen, der mir gegenüber nie unsympathisch auftrat. Daran ist nichts auszusetzen. Die Bezeichnung "seines Freundes Josef Klumb" spiegelt allerdings eine Enge der Verbindung wieder, die so keinesfalls existiert.
2. Zu meinen "Verstrickungen" in die Auseinandersetzung um Haus Mainusch siehe einfach oben. Es gab keine "Verstrickung".
3. Die erwähnte Beschäftigung mit möglichen Pseudonymen Schoberts findet sich nicht "im Kapitel über das DISS", also Kapitel 5.4.4., meines Buches, sondern im Unter-Kapitel "Berufliche und finanzielle Schädigung von Einzelpersonen", also Kapitel 7.2.5.
4. Hierin behaupte ich nicht, daß es sich bei Alfred Schobert um das Pseudonym mehrerer verschiedener Personen handele. Ich erwähne statt dessen die Möglichkeit, daß sich Schobert in der Vergangenheit mehrerer Pseudonyme bedient haben könnte.
Dabei wird außerdem für möglich gehalten, daß der Name "Alfred Schobert" ein zusätzliches Pseudonym des betreffenden Autors sein könnte.
5. Behaupte ich diese These nicht, sondern erwähne und zitiere nur eine dementsprechende schriftliche Äußerung von Josef Klumb, die ich nicht zustimmend kommentiere.
Zwei Sätze, fünf inhaltliche Fehler. Der rein denunziatorische Charakter von Sebastian Schneiders Artikel (als ein Beispiel für viele andere derartige Artikel) scheint dadurch wohl deutlich. Ebenso die häufige Praxis des reinen Abschreibens derartiger falscher Behauptungen durch andere Internet-Seiten der radikalen Linken, wie zum Beispiel auf der Homepage des "Antideutschen" Volker Radke geschehen.

Wie gesagt, der Vorgang im Haus Mainusch liegt viele Jahre zurück. Es ist niemandem ernsthaftes passiert. Fast jede Wirtshausschlägerei dürfte spannender und folgenreicher sein. Alle damals in dem Haus Anwesenden waren damals jünger und hoffentlich noch dümmer. Es ist eigentlich kein Thema, mit dem man sich noch nach so langer Zeit beschäftigen müßte, es sei denn man hat eben wirklich nichts anderes zu tun.
Autor Schneider war vielleicht damals schon bei der kleinen Veranstaltung dabei. In diesem Fall müßte er es eigentlich besser wissen, wenn er ehrlich wäre. Wenn er damals nicht im Haus Mainusch war, erschiene es hingegen noch ominöser, das er sich mit diesem mißlungenen Abend vor vielen Jahren beschäftigt, und dabei auf Gerüchte, Legenden oder Eigenphantasien zurückgreift.

Doch derartige Überlegungen sind eben müßig, und eigentlich hat man ja schon viel zu viele Worte über diese ganze Banalität verloren. Und die Leser ermüdet. Ja!